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Recht auf Migration

Nie zuvor waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht: Nach Angaben der Vereinten Nationen waren mit Stand Juni 2024 mindestens 122,6 Millionen Menschen auf der ganzen Welt gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen. Darunter sind 38 Millionen Flüchtlinge. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft vor allem in den eher wohlhabenden Ländern, Menschen auf der Flucht aufzunehmen.

Fluchtursachen sind meist Kriege. Daneben spielen aber auch die Klimakrise und die wachsende globale Ungleichheit zwischen arm und reich wesentliche Rollen.

Warum fliehen Menschen?

Die Zahlen der Vereinten Nationen umfassen nur die Geflüchteten, die vor Krieg und anderen Konflikten geflohen sind. Hinzu kommen jene, deren Lebensgrundlage durch ökologische Krisen, wie Dürrekatastrophen oder Überschwemmungen, zerstört wurden und diejenigen, die sich infolge von Vertreibung, Ausbeutung und Gewalt zur Flucht entschlossen haben. Sie wollen nicht dauerhaft entwurzelt und sozial abgehängt bleiben und hoffen auf ein Leben ohne Armut und in Würde.

Die globale Durchsetzung des neoliberalen Wirtschaftsmodells und seiner extremen Reichtumskonzentration hat Flucht- und Migrationsbewegungen angefeuert: Insbesondere die damit oft verbundene Missachtung der Menschenrechte, die Ausbeutung von Menschen und Rohstoffen vor allem in den Ländern des Globalen Südens, sowie unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen und unfairen Handelbeziehungen. 

Fluchtursachen bekämpfen

Daran sind Deutschland und Europa beteiligt, weshalb die Bekämpfung der Fluchtursachen und ihrer Folgen bei uns ansetzen muss und die Aufnahme von Geflüchteten sicher stellen. 

Attac lehnt die von der EU beschlossenen Verschärfung des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) ab, denn es verschärft ab dem Sommer 2026 die Bedingungen für in die EU fliehende Menschen. Wir brauchen gefahrenfreie Wege nach Europa für Menschen mit Recht auf Asyl.

Darüber hinaus müssen wir unsere Wirtschafts-, Finanz- und Handelspolitik radikal verändern und zu gestalten, dass sie nicht weiter der Erschließung neuer Märkte für Kapitalanlagen dient, sondern der Überwindung struktureller Ungleichheit und Armut. Investitionen müssen soziale und rechtliche Mindeststandards gewährleisten. Auch die Agrar-, Klima- und Außenpolitik sind neu auszurichten, um den Schutz der ökologischen und ökonomischen Lebensgrundlagen sicherstellen.

Die Klimakrise und andere Folgen unserer Wirtschaftsweise, dürfen nicht weiter zu Flucht und Migration durch Verelendung der Bevölkerung des globalen Südens führen.