Die Kosten der europäischen Antriebswende für Chiles Natur und Mehrheitsgesellschaft
Fossile Automobilität ist ein zentraler Treiber der Klimakrise. Elektroautos sollen es nun richten. Dabei benötigt die neue Antriebstechnologie Metalle wie Lithium, das die Europäische Union überwiegend aus Chile importiert. Auf dieser Basis lagert sie die sozialen und ökologischen Kosten der Antriebswende nach dorthin aus.
Von dem ungleichen Tausch profitieren nicht nur die herrschenden Kräfte in der EU sondern auch eine kleine Bevölkerungsgruppe im Andenstaat selbst. Gemeinsam wollen sie diesen Zustand absichern: Institutionell beispielsweise mittels Freihandelsabkommen, aber auch soziokulturell durch das Versprechen zur Teilhabe an der „Imperialen Lebensweise“. Vor diesem Hintergrund lehnt Attac das aktuelle Rahmenabkommen zwischen der EU und Chile ab.
Unsere Referentin Nina Schlosser, Doktorandin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Universität Wien, skizziert diese jahrhundertealten hierarchischen, kolonialen und rassifizierten Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die in Zeiten der ökologischen Modernisierung erneuert werden.
Dafür beleuchtet sie die vorherrschenden Strukturen und zeigt, welche Klassenfraktionen davon inwieweit profitieren, welche gesellschaftlichen Gruppen marginalisiert werden und wie widerständige Akteure für einen radikalen Systemwandel und somit für ein Gutes Leben für alle kämpfen.
Im Anschluss an den Impuls wollen wir gemeinsam diskutieren, wie eine global gerechte Rohstoffwende realisierbar ist, für die sich Attac einsetzt.