Menü

Raus aus der globalen Schuldenkrise

Internationale Kampagne und Petition: Erlassjahr 2025 – Hoffnung statt Schulden!

Eine hohe Verschuldung zwingt viele Staaten im Globalen Süden dazu, große Teile ihrer ohnehin schon geringen Staatseinnahmen für die Zahlung von Zinsen und Tilgungen an das Ausland zu verwenden. Dieses Geld wird jedoch dringend gebraucht, um Armutsbekämpfung, Bildung, das Gesundheitssystem und Nachhaltigkeitsprogramme zu finanzieren. 

55 Prozent der im Schuldenreport 2024 dokumentierten Länder des Globalen Südens befinden sich aktuell in einer kritischen oder sehr kritischen Schuldensituation. Die Gläubiger – ob Staaten oder private Finanzinstitute aus dem globalen Norden – dominieren die internationale Finanzarchitektur und setzen ihre Macht ein, um Rückzahlungen auch unter nicht mehr tragfähigen Bedingungen zu erzwingen. „Es ist höchste Zeit für ein faires und transparentes Staateninsolvenzverfahren, in dem verschuldete Staaten mit am Verhandlungstisch sitzen und ihre Rechte geltend machen können“, fordert Herma Geiß von Attac. „Bei diesen Verhandlungen muss den Lebensbedingungen der Menschen in den verschuldeten Ländern mehr Bedeutung beigemessen werden als der Rückzahlung von Schulden. Menschenrechte vor Schuldendienst!“

Das deutsche Entschuldungsbündnis „Erlassjahr – Entwicklung braucht Entschuldung“ setzt sich seit 25 Jahren kritisch mit der Rückzahlung von Staatsschulden der Länder im Globalen Süden auseinander und tritt für eine gerechte Finanzarchitektur ein. Das Bündnis wird von mehr als 500 Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft bundesweit getragen und ist eingebunden in ein weltweites Netzwerk nationaler und regionaler Entschuldungsinitiativen.

Papst Franziskus hat 2025 das Heilige Jahr ausgerufen, das in der Tradition des biblischen "Erlassjahrs" steht und zum wiederkehrenden Schuldenerlass auffordert. In diesem Zusammenhang hat Caritas International zur Kampagne „Turn Debt into Hope“ aufgerufen. Auch Attac Deutschland unterstützt diese internationale Kampagne und hat sich mit zahlreichen weiteren zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen zur deutschen Initiative „Erlassjahr 2025“ zusammengeschlossen. 

Weltweit sollen 10 Millionen Unterschriften bis zum 6. Januar 2026 gesammelt werden. Die internationale Petition umfasst folgende Forderungen:

  • Schuldenkrise jetzt beenden: Illegitime und untragbare Schulden streichen ohne wirtschaftspolitische Auflagen!
     
  • Ursachen von Schuldenkrisen angehen und globales Finanzsystem gerechter machen: Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt stellen!
     
  • Nachhaltige und faire Lösungen schaffen: Eine rechtsverbindliche Schuldenrahmenkonvention unter dem Dach der Vereinten Nationen vereinbaren!